Die Zahlenbegriffe der Völker Americas, Nordeurasiens, der Munda und der Palaioafricaner; ein dritter Beitrag zur Geistesgeschichte des Menschen.

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In vorliegender Arbeit tritt die ungeheure Menge des herangeschafften zu verarbeitenden Materials -- es handelt sich schätzungsweise um bis 4000 Zahlenreihen, meistens aus Amerika -- ganz besonders stark in den Vordergrund. Auch redet Verf. mehr als in den beiden anderen Arbeiten (1938; F.~d.~M. 64\(_{\text{II}}\); 901, 902) ausschließlich als Sprachforscher, und es liegt also das, was den Mathematiker interessiert, nicht so ohne weiteres in größerer Anzahl bequem greifbar an der Oberfläche. Verf. möchte aus dem Studium der Zahlbegriffe schließen, daß die Indianer einmal in frühem Kontakt mit Indogermanen und Sudannegern standen, daß die Südamerikaner einmal mit den Papua und Australiern irgendwelche Berührung hatten, und daß auch die Samojeden einmal enge Beziehungen zu den Indogermanen hatten. Er macht auf eine Reihe von Eigenheiten in den Zahlbegriffen der behandelten Völker aufmerksam, auf das Auftreten der Null, nicht nur wie bekannt bei den Maya im engeren Sinn, sondern auch bei den Huaxteken, den Cuitlateco und den Tepehua, auf den von ihm als Ainotyp bezeichneten Aufbau der Zahlbegriffe 6, 7, 8, 9 in der Form 10 -- 4, 10 -- 3, 10 -- 2, 10 -- 1, den er durch Spiegelbildzählung an der linken und rechten Hand erklärt, auf die Anfänge der Potenzrechnung, die er in Zahlwortbildungen wie \(4=2 \cdot 2\), \(8=2 \cdot 2 \cdot 2\), \(100 = 10 \cdot 10\) und \(1000 = 10 \cdot*10 \cdot*10\) sieht (z. B. Yukagiren: \(10 =\) kunolen, \(1000 =\) kunolin kunol kunolek). Interessant ist der Versuch einer neuen Erklärung für die Entstehung des Sechsersystems (Hexadenrechnung) aus einer von ihm als ``Eskimotyp bezeichneten merkwürdigen Fingerzählmethode. Bei den Eskimo und noch anderen Völkern ist nämlich eine Begriffsverschiebung nachweisbar, dahingehend, daß ein Ausdruck, der beim Zählen nach ``5 ursprünglich nur angab, es solle an der anderen Hand weitergezählt werden, aus psychischer Ökonomie allmählich für den Begriff ``6 eintritt. Die dadurch entstehenden noch zahlreich nachweisbaren falschen Bildungen, nämlich ``6, 2 für ``7, ``6, 3, für ``8 und ``6, 4 für ``9 seien dann von einsichtigen Völkern durch Herabdrücken der zweiten Zahl um eine Einheit so umgewandelt worden, daß die ``6 als Basis für den Zahlenaufbau erschien. Die Arbeit enthält 30 sorgfältig gezeichnete Karten für die einzelnen Systeme, davon beziehen sich 25 auf Amerika.












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