Algebraischer Aussagenkalkül.
Der zwei- und mehrwertige logistische Aussagenkalkül wird hier in ein algebraisches Gewand gekleidet, indem die Wahrheitsfunktionen durch ganze rationale Funktionen dargestellt werden. Z. B. wird jeder Wahrheitsfunktion der zweiwertigen Logik ein Polynom \(a + bx + cy + dxy\) zugeordnet, wobei für die Koeffizienten und die Variablen nur die Werte 0, 1 in Frage kommen und die Addition und die Multiplikation mod 2 zu geschehen hat. Entsprechende Polynome werden auch für die \(n\)-wertige Logik gefunden; an die Stelle der beiden Werte 0, 1 treten hier die \(n\) Werte 0, 1, \(\varepsilon\), \(\varepsilon^2, \ldots \!, \varepsilon^{n-2}\), wobei \(\varepsilon\) eine \((n - 1)\)-te primitive Einheitswurzel bedeutet. Diese Polynomdarstellung der Aussagenverknüpfungen gestattet, eine Reihe von Fragen mit Hilfe der bekannten Methoden der elementaren Algebra zu lösen, bei denen sonst logistische Hilfsmittel benutzt werden mußten. Während sich nun im gewöhnlichen zweiwertigen Aussagenkalkül kein besonderer Vorteil gegenüber der üblichen Behandlungsweise ergibt, gestattet die Polynomdarstellung eine systematische Übersicht und Beleuchtung der Erweiterungen der zweiwertigen Logik in das Gebiet der mehrwertigen Logik und der Existenz von verschiedenen Systemen einer \(n\)-wertigen Logik.
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