Du collectif au pari, à propos de quelques théories récentes sur les probabilités.
In den letzten zwei Jahrzehnten sind verschiedene Versuche gemacht worden, den mathematisch und logisch schwierigen Begriff der Wahrscheinlichkeit zu klären. Verf. gibt eine kritische Übersicht über diese Bemühungen, wobei er die Theorien von \textit{R. von Mises, H. Reichenbach} und \textit{A. Kolmogoroff} ausführlich behandelt. Einen mathematischen Fortschritt bringt die Arbeit nicht. Dagegen ist man aufs tiefste erschreckt, wie eine uns fremde Einstellung selbst in den Bereich einer exakten Disziplin einbricht. \textit{É. Borel} (Valeur pratique et philosophie des probabilités, Paris 1939; F. d. M. 65, 545 (JFM 65.0545.*)) soll ernsthaft vorschlagen, die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen zukünftigen Ereignisses, wie folgt, zu ermitteln: Eine Anzahl von Leuten wird gefragt, ob sie eine für sie empfindliche Summe eher auf den Eintritt dieses Ereignisses oder auf den Gewinn eines Zufallsspieles mit bekannter Chance setzen würden. Durch Variation dieser Chance läßt sich feststellen, wann sich die Antworten halb und halb auf die beiden Möglichkeiten verteilen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit des fraglichen Ereignisses ``gefunden. Zustimmend prägt Verf. das Wort: ``Die Welt kennen, heißt wetten, wetten, daß bestimmte Handlungen glücken werden. Natur und Geschichte werden so zum Gegenstand einer großen Spekulation erniedrigt. Wo \textit{G. W. Leibniz} das erhabene Wirken des Unendlichen zu spüren vermeinte, sehen \textit{Borel} und \textit{Cavaillès} nur das Geschäft. Es ist wichtig, diese Kluft in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen.
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