Untersuchungen über den Mechanismus der turbulenten Rohrströmung.
Aus Strömungsaufnahmen hat \textit{Schiller} die Stärke der in einer Rohrströmung auftretenden Wirbel ermittelt und einfache Zusammenhänge zwischen den Wirbelstärken der Störungswirbel und dem Turbulenzeinsatz im Rohr festgestellt (Verh. 3. intern. Kongr. techn. Mech., I. Teil, S. 226, Stockholm 1931). In der vorliegenden Arbeit wird nun berichtet über Ansätze, aus den Strömungsaufnahmen (einfache Photographien und Kinematographien von eingeführten Farbfäden) auch noch Aussagen über den Mechanismus des Widerstandes zu gewinnen. Abgesehen von dem Anlaufeffekt auf einer relativ kurzen Strecke hinter dem Rohreinlauf ist in einem bestimmten Rohrstück dauernd ein bestimmter Gehalt an Wirbeln in der geordneten Wirbelstraße, die dem völlig turbulenten Strom vorausgeht, vorhanden. Die dissipierte Wirbelenergie ist wegen des quasistationären Zustandes gleich der Energie des Druckverlustes. Erstere kann aus den Messungen der noch geordneten Wirbelstraße unter modellmäßig vereinfachenden Annahmen berechnet werden, und insofern das Modell ungefähr richtig ist, muß die auf diese Weise sich ergebende Arbeit annähernd übereinstimmen mit der auf die betreffende Rohrstrecke entfallenden sekundlichen Widerstandsarbeit. Was die Meßelemente für die Ermittlung der Wirbelstärken betrifft, so werden neben geometrischen Abmessungen und mittlerer Strömungsgeschwindigkeit die Abstände zwischen aufeinanderfolgenden Wirbeln, deren Frequenz und die Kontraktion der Strömung am Einlauf des Versuchsrohrs benützt. Die Feststellung der Wirbelstärke des Einzelwirbels gelingt dann durch Hinzunahme von solchen modellmäßigen Abstraktionen, wie die Annahme, daß die Wirbel sich wie solche in einer reibungslosen Flüssigkeit verhalten sollen, oder der Ersatz derselben durch rotierende Zylinder in einer reibenden Flüssigkeit. Es werden drei Bestimmungsmethoden durchgeführt. Bei scharfem Einlauf tritt Wirbelvereinigung als Erschwerung ein. -- Es zeigt sich, daß die aus den Elementen der Wirbelstraße berechneten Widerstände im großen und ganzen den Verlauf der experimentellen Widerstandskurve gut wiedergeben. Der Mechanismus des Energieumsatzes im völlig turbulenten Strom scheint also in der ihm vorausgehenden Wirbelstraße irgendwie durchschnittlich vorgezeichnet, wenn es sich auch hier um einheitliche, dort um statistisch verteilte Wirbelstärken handelt.
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