Die Zahlbegriffe der Australier, Papua und Bantuneger nebst einer Einleitung über die Zahl; ein Beitrag zur Geistesgeschichte des Menschen.

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Das Werk ist ebenso wie die zwei anderen Werke des Verf. (die vorstehend besprochene Arbeit und Die Zahlenbegriffe der Völker Amerikas, Nordeurasiens, der Munda und der Palaioafricaner; ein dritter Beitrag zur Geistesgeschichte des Menschen. 1940. Berlin-Steglitz, Selbstverl.; F. d. M. 66) eine unschätzbare Fundgrube nicht nur für den Sprachforscher, sondern auch für den Historiker und Psychologen der Mathematik, und zwar sowohl wegen der vielen Streiflichter, die Verf. zwischen den verschiedensten Wissensgebieten und seiner Arbeit hin und her wirft, als auch wegen der 874 ``Zahlenbegriffsreihen, die zur Untersuchung kommen. Es fehlt eigentlich unter den herangezogenen Gesichtspunkten nur der pädagogisch-biogenetische; der Leser vergleiche bezüglich dieses die Arbeit des Berichterstatters: Das Rechnen der Naturvölker, Teubner (1927; F. d. M. 53, 3 (JFM 53.0003.*)). Die Auffassungen Kluges haben sich gegen das Sudanwerk infolge vertiefter Einsicht z. T. geändert, so z. B. hinsichtlich des genetischen Verhältnisses von Bantu- und Sudansprachen, von Ordinal- und Kardinalzahl und hinsichtlich der Entstehung des Sechsersystems. Das Australische entspricht hinsichtlich der Zahlbegriffe den Forderungen der exakten Logik, den Begriffen des ``einen und des ``anderen. Von besonderem Interesse sind bei den Papua die nach 19 verschiedenen Klassen zählenden Nasioi von Bougainville, sowie die Körperzählungen, bei denen auch Arm-, Schulter-, Kopf- und Brustteile mit herangezogen werden. Die Australier stehen geistig über dem Teil der Papua, der nur diese Körperzählungen benutzt, da bei ihnen im Aufbau der Zahlenbegriffe schon Additionen, der erste Versuch einer Assoziation, auftreten (\(3 = 2 + 1\), \(5=2 + 2 + 1\)). Bezüglich der Bantu, die im wichtigsten Abschnitt behandelt werden, steht Kluge in scharfem Gegensatz zu überlieferten Ansichten. Er schließt aus dem Studium der Zahlenbegriffe der Bantu: Es gibt keine selbständige Bantuwissenschaft. Die Bantu trennten sich von den Sudanesen nach Bildung der ``drei und vor Bildung der ``sechs. Die Vorgänge laufen in weitem Maß auch hinsichtlich der äußeren Umstände den Vorgängen bei der ersten germanischen Lautverschiebung parallel. Auch ein Elfersystem weist Kluge in Afrika nach, es ist dies das Pangwa in Nordostnyassa mit den Stufenzahlen 11, ``2mal 11 und ``3mal 11. Das Werk enthält acht Karten mit der Eintragung der verschiedenen Zahleneigentümlichkeiten, eine für Australien, eine für Neuguinea und sechs für Afrika.












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