Beiträge zur Theorie der Zöpfe. II. Die Lösung des Transformationsproblems für eine besondere Klasse von Viererzöpfen.
Verf. geht von der folgenden Frage aus: \(p_1\), \(p_2\), \(p_3\) seien Ecken eines gleichseitigen Dreiecks, \(a\), \(b\), \(c\), \(k\) und \(a'\), \(b'\), \(c'\), \(k'\) zwei je aus drei Punkten und einer orientierten geschlossenen Kurve bestehende ebene Figuren \(\chi \), \(\chi '\); dabei seien \(k\), \(k'\) zu den \(p_i\) fremd, die \(a\), \(b\), \(c\) und \(a'\), \(b'\), \(c'\) sollen in irgendeiner Reihenfolge die Plätze \(p_i\) einnehmen. Wann kann man \(\chi \) durch eine Bewegung der \(a\), \(b\), \(c\), bei der \(k\) so mitgeführt wird, daß sie dauernd zu \(a\), \(b\), \(c\) fremd bleibt, in \(\chi '\) überführen? -- Die Dreiecksgrundrisse \(\chi \) bedeuten gegenüber den \(\varphi \) von Teil I nur eine formale Änderung. Der von den Platzwechseln erzeugten Gruppe entspricht eine Gruppe \(\mathfrak D\) von ``Dreiecksoperationen, die gerade die erlaubten Abänderungen von \(\chi \) liefert. Bei den Rechnungen werden überwiegend die Erzeugenden \(S\) anstatt der \(\sigma \) benutzt; an Stelle der Klasse \(\varPhi \) in den \(\sigma \) tritt eine Klasse \(\mathfrak P\) in den \(S\). \(D\) sei dasjenige Element von \(\mathfrak D\), das eine Drehung von \(\chi \) um \(\dfrac {2\pi }{3}\) in positivem Sinne bewirkt. \(A\), \(B\), \(C\) seien die folgenden Operationen, z. B. \(A\): Man lasse \(a\) auf der Symmetrielinie von \(b\), \(c\) bis zu seinem Spiegelbild an \(bc\) laufen und drehe alsdann die Figuren um \(\pi \) um den Mittelpunkt von \(bc\). \(D\) und eine der Operationen \(A\), \(B\), \(C\) erzeugen die Gruppe \(\mathfrak D\). Es gilt offenbar: \ \(D^3 = A^2 = B^2 = C^2 = 1\); \(A = DBD^{-1}\), \(C = D^{-1}\,BD\). \(\mathfrak P\) gehöre zu \(\chi \). \ \(\alpha \) sei die Anzahl der Terme \(S_2^{\varepsilon _2}S_3^{\varepsilon _3}\) und \(S_3^{\varepsilon _3}S_2^{\varepsilon _2}\) (\(\varepsilon _2, \varepsilon _3=\pm 1,\pm 2m,\ldots \)), die in \(\mathfrak P\) vorkommen. Es sei \(A\chi =\chi '\), \(\alpha '\) die entsprechende Anzahl für \(germ P'\). \(A\) heißt eine \(g\)-, \(e\)- oder \(v\)-Operation für \(\chi \), je nach dem, ob \(\alpha '> \alpha \), \(\alpha '=\alpha \) oder \(\alpha '<\alpha \) ist. Für \(\chi '\) ist \(A\) dann bzw. eine \(v\)-, \(e\)-, \(g\)-Operation. Analog für \(B\) und \(C\). Ist für \(\chi \) z. B. \(A\) eine \(g\)-Operation, so sind \(B\), \(C\) \(v\)-Operationen; ist \(A\) \(e\)-Operation für \(\chi \), so können also \(B\) und \(C\) keine \(g\)-Operationen sein. \(D\), \(D^2\) und \(e\)-Operationen heißen \(E\)-Operationen. Man bilde zu einem \(\chi \) alle \(O\chi \), \(O\in \mathfrak D\). Die Klassen \(\mathfrak P\), die zu solchen \(O_\chi \) gehören, für die \(A\), \(B\), \(C\) keine \(g\)-Operationen sind, mögen mit \(\mathfrak N\) bezeichnet werden; ihre Gesamtheit \(\{ \mathfrak N\} \) heißt die zu \(\mathfrak P\) gehörende \textit{Normalklasse}. Mit Hilfe des Hauptsatzes aus Teil I läßt sich zeigen: Ist \(\chi '=G\chi \), \(G\) \(g\)-Operation, so gilt für die Summen \(\varSigma \), \(\varSigma '\) der Absolutbeträge der Exponenten von \(\mathfrak P\), \(\mathfrak P'\)\(:\varSigma '<\varSigma \). Man kommt also, ausgehend von \(\chi \) durch ein endliches Verfahren zu einem \(\chi _0\), dessen \(\mathfrak P_0=\mathfrak N_0\) zu \(\{ \mathfrak N\} \) gehört. Auf \(\chi _0\) wende man alle möglichen \(E\)-Operationen an, auf die so erhaltenen \(E\chi _0\) wieder \(E\)-Operationen usw. Das Verfahren bricht nach endlich vielen Schritten ab, weil -- wieder infolge des Hauptsatzes aus I -- für jedes durch wiederholte \(E\)-Operation aus \(\chi _0\) gewonnene \(\chi ^*\) gilt: \(\varSigma ^*<M_0\); dabei ist \(M_0\) die Summe von \(\varSigma _0\) und der Anzahl der in \(\mathfrak N_0\) auftretenden Potenzen. Die \(\mathfrak P^* = \mathfrak N^*\) gehören alle zu \(\{ \mathfrak N\} \) machen ganz \(\{ \mathfrak N\} \) aus. Die Antwort auf die anfangs gestellte Frage lautet: Dann und nur dann lassen sich \(\chi \) und \(\chi '\) durch Dreiecksoperationen ineinander überführen, wenn die zugehörigen Normalklassen identisch sind. Anwendung auf das Transformationsproblem der Viererzöpfe der Klasse \(\mathfrak K\): \(Z\), \(Z'\) seien zwei Zöpfe aus \(\mathfrak K\). Wenn die Anzahlen der \(\mathfrak U_{k4}\), denen \(Z\) und \(Z'\) angehören, verschieden sind, so sind \(Z\) und \(Z'\) nicht ineinander transformierbar. Sind diese Anzahlen gleich, so bestimme man für \(Z\), \(Z'\) und jede \(\mathfrak U_{k4}\), der \(Z\) bzw. \(Z'\) angehört, einen Dreiecksgrundriß von \(Z\) bzw. \(Z'\) als Element von \(\mathfrak U_{k4}\). Dann und nur dann sind \(Z\) und \(Z'\) ineinander transformierbar, wenn die zu den Grundrissen gehörenden Normalklassen paarweise übereinstimmen.
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