Untersuchungen über symmetrische Geradenkomplexe.
Im Anschluß an des Verf. gemeinsam mit \textit{E. Melchior} verfaßte Arbeit über ``Symmetrische Geradenkomplexe (Deutsche Math. 1 (1936), 239-255; JFM 62.0735.*) und unter Benutzung einiger Ergebnisse der Dissertation von \textit{E. Melchior} (Untersuchungen über ein Problem aus der Theorie der Konfigurationen, Schr. math. Sem. Inst. angew. Math. Univ. Berlin 3, 181-206; F. d. M. 63\(_{\text{II}}\)) werden zunächst Aussagen über inhomogene, irreduzible Geradenkomplexe gewonnen, die dann auf die Konfigurationstheorie angewandt werden. Der Hauptteil der Arbeit behandelt grundlegende Fragestellungen aus der Konfigurationstheorie, die jetzt im einzelnen angegeben werden sollen. -- (1) Die Frage nach der reellen geometrischen Realisierbarkeit einer symbolmäßig gegebenen Punkt-Geraden-Konfiguration \((g_m;p_n)\) ist allgemein noch nicht beantwortet. Mit Hilfe der Theorie der. Geradenkomplexe kann Verf. folgende bemerkenswerte Aussagen beweisen: (A) Hat ein homogener Geradenkomplex \((g, k)\) die Charakteristik \(\chi = (a_1,\ldots, a_r)\), so bilden die \(g\) Komplexgeraden und alle \((a_\varrho - 1)\)-fachen Schnittpunkte, für jedes \(\varrho= 1, 2,\ldots, r\), eine Konfiguration \(\bigg(g_{\sigma_{a_\varrho}};\bigg(\dfrac{g\cdot\sigma_{a_\varrho}}{a_\varrho}\bigg)_{a_\varrho}\bigg)\), wobei \(\sigma_{a_\varrho}\) angibt, wie oft \(a_\varrho\) in \(\chi\) vorkommt. Als Spezialfall \((\chi = a,\ldots, a)\) ergeben sich dabei die Konfigurationen des Symbols \(\bigg(g_m;\bigg(\dfrac{g\cdot m}{n}\bigg)_n\bigg)\), die die Eigenschaft haben, daß ihre Geraden zugleich einen symmetrischen Geradenkomplex bilden (``\textit{Symmetrische Konfiguration}). (B) Ist dann \(n \geqq 3\), so kann der folgende wichtige Satz gezeigt werden: Zu je zwei natürlichen Zahlen \(m\) und \(n\) gibt es eine Konstante \(\gamma\) so, daß für alle \(x\geqq y\) und \(y\geqq\gamma\), die die (für Konfigurationen \(\big(x_m;y_n)\big)\) notwendige Bedingung \(x\cdot m=y\cdot n\) erfüllen, \((x_m; y_n)\) durch eine symmetrische Konfiguration realisierbar ist. In einzelnen Fällen kann \(\gamma\) sogar genau angegeben werden: (a) \(m = 1\). Ihm entsprechen die Konfigurationen \((x_1; y_n)\), die mithin immer realisierbar sind; (b) \(m = 2\) entsprechen die Konfigurationen \((x_2; y_n)\). Als Gesamtheit der realisierbaren Lösungen ergeben sich hier als alle überhaupt möglichen Fälle die symmetrischen Konfigurationen der Symbole \((z=0,1,2,3,\ldots)\): \[ \begin{matrix}\l&\l\\ \Bigg(\bigg(\dbinom{n+1}2+\dfrac{n}2\cdot z\bigg)_2;\quad (n+1+z)_n\Bigg) \qquad&\text{für}\;n=2q\;\text{gerade},\\ \Bigg(\bigg(\dbinom{n+1}2+n\cdot z\bigg)_2;\quad (n+1+2z)_n\Bigg) \qquad&\text{für}\;n=2q+1\;\text{ungerade};\\ \end{matrix} \] \(\gamma\) hat hier den Wert \(\binom{n+1}2\). (c) \(m = m = 3\) führt auf die Konfigurationen \((x_3; x_3)\) oder \((x_3)\), die weitgehend von anderer Seite her erforscht sind. Verf. deckt einen neuen Zusammenhang der symmetrischen Geradenkomplexe mit den sonst hier eingeführten ``Restfiguren auf und kann dadurch die ``Restfigurenmethode durch eine übersichtlichere und gleich weittragende ersetzen. (d) Zusätzliche Bemerkungen, wie im allgemeinen Falle für die Bestimmung von \(\gamma\) zu verfahren ist, schließen sich an. -- (2) Es folgen Untersuchungen über die Lage der Konfigurationspunkte und über die Zerlegung der projektiven Ebene oder des Raumes durch die Elemente einer Konfiguration. -- (3) Endlich schließen sich in einem Anhang Betrachtungen über symmetrische Geradenkomplexe in der nichteuklidischen Geometrie an.
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