Vorlesungen über Zahlen- und Funktionenlehre. 1. Band, 2. Abteilung: Unendliche Reihen mit reellen Gliedern. (Q1470463)
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scientific article; zbMATH DE number 2610610
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| English | Vorlesungen über Zahlen- und Funktionenlehre. 1. Band, 2. Abteilung: Unendliche Reihen mit reellen Gliedern. |
scientific article; zbMATH DE number 2610610 |
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Vorlesungen über Zahlen- und Funktionenlehre. 1. Band, 2. Abteilung: Unendliche Reihen mit reellen Gliedern. (English)
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1916
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Das vorliegende in zwei Bände eingeteilte Werk ist durch Zusammenfassung und teilweise weitere Ausführung einer Folge von Vorlesungen entstanden die der Verf. seit einer Reihe von Jahren an der Universität München hält Veröffentlich ist bis jetzt der in drei Abteilungen gegliederte erste Band, -- die erst kürzlich (Ende 1921) erschienene dritte Abteilung kommt für diese Besprechung noch nicht in Betracht. Was dem Verf. bei seinen Vorlesungen selbst, wie auch bei deren Veröffentlichung in wesentlich erweiterter und vervollständiger Form vorschwebte, das sagt er im Vorwort. ``Es geschah dies in der Absicht, den Studierenden der Mathematik, insbesondere schon denjenigen der ersten Semester eine auf ausschließlicher Benützung elementarer Methoden beruhende, streng und einheitlich aufgebaute und zugleich nach Möglichkeit ausgebaute Darstellung der Hauptlehren der Funktionentheorie und ihrer arithmetischen Grundlagen zu bieten. Eine ausführliche Behandlung dieser Grundlagen bildet den Inhalt des ersten Bandes. Derselbe enthält außer der Lehre von den rationalen Zahlen im wesentlichen eine systematische Bearbeitung desjenigen Stoffgebietes, über welches in meinen Enzyklopädieartikeln ``Irrationalzahlen und Konvergenz unendlicher Prozesse'' und ``Unendliche Prozesse mit komplexen Termen'' berichtet wurde (mit Ausschluß\ der Lehre von den unendlichen Determinanten). Der zweite Band gibt dann eine Einführung in die Theorie der eindeutigen analytischen Funktionen einer komplexen Veränderlichen und der einfachsten mehrdeutigen Umkehrungsfunktionen auf Grund der \textit{Weierstraß}schen Methoden und deren weiterer Ausbildung, namentlich in bezug auf die Theorie der ganzen transzendenten Funktionen und der analytischen Fortsetzung. Bei der Abfassung des Buches habe ich \(\dots\) in erster Linie an solche Leser gedacht, welche noch im Anfange ihrer mathematischen Studien stehen. Irgendwelche mathematischen Vorkenntnisse sind zum Verständnis des ersten Bandes überhaupt nicht erforderlich''. ``Und als leitenden Grundgedanken, der mir in gleicher Weise bei der Abfassung des arithmetischen, wie des funktionentheoretischen Teils vorschwebte, möchte ich die Durchführung der Absicht bezeichnen, die \textit{elementaren Methoden} nach Möglichkeit \textit{auszunützen} bzw. weit genug \textit{auszubilden}, um den Leser mit den modernen Verschärfungen und Vertiefungen der Begriffe und Fragestellungen vertraut machen zu können und ihn so nahe, wie es die Einfachheit der aufgewedeten Hilfsmittel irgend gestattet, an die Grenzen unserer heutigen Erkenntnis heranzuführen''. Jede der drei Abteilungen des ersten Bandes umfaßt ein abgeschlossenes Stoffgebiet, unbeschadet des zwischen ihnen bestehenden Zusammenhanges. Die erste Abteilung zerfällt in sechs einzelne Kapitel. Das erste (S. 4-91) behandelt die rationalen Zahlen. Bezüglich der zweckmäßigsten Einführungsart des Zahlbegriffes sagt der Verf. im Vorwort: ``Ich habe mich von jeher der zuerst wohl von \textit{Heine} scharf ausgesprochen, insbesondere auch von \textit{Helmholtz} mit Nachdruck vertretenen Auffassung angeschlossen, die unter \textit{Zahlen} lediglich ein geordnetes, bestimmten Verknüpfungsregeln genügendes \textit{System} von \textit{Zeichen} verstanden wissen will und somit eine vollständige Trennung der reinen \textit{Zahlenlehre} von der \textit{Größenlehre} anstrebt. In der vorliegenden Darstellung gehe ich insofern noch einen Schritt weiter, als ich den Begriff der \textit{natürlichen} Zahl zunächst an ein ganz spezielles Zeichensystem, nämlich an dasjenige unserer dekadischen Ziffernschrift knüpfe. Indem ich dieses Zeichensystem in bestimmter Anordnung auf Grund genau beschriebener rein kombinatorischen Regeln gewissermaßen vor den Augen des Lesers entstehen lasse, gewinne ich eine ``kanonische Form'' für die unbegrenzt fortsetzbare, geordnete Folge der natürlichen Zahlen, so daß\ die \textit{Existenz} dieser letzteren damit für mich außer Frage steht''. ``Für die in diesem Zusammenhange lediglich als \textit{Ordinalzahlen} auftretenden natürlichen Zahlen wird die \textit{Addition} nach dem Vorgange von \textit{H. Graßmann} rekursorisch definiert, sodann das assoziative und kommutative Verhalten einer Summe von der Form \(a+b+c\) in bekannter Weise durch vollständige Induktion abgeleitet. Um das Vorhandensein jener Eigenschaften auf ``beliebige'' Summen übertragen zu können, erweist sich der Begriff der \textit{Anzahl} als unentbehrlich, und es wird daher zunächst gezeigt, wie die bisher geschaffenen \textit{Ordinalzahlen} als \textit{Anzahlbezeichnungen}, als \textit{Kardinalzahlen angewendet} werden können''. Es folgt die Multiplikation, Division, Einführung der Brüche, der Null und der negativen Zahlen. Für die Feststellung, wie die neuen Zahlen zu ordnen sind und wie mit diesen zu rechnen ist, bedient sich der Verf. des nach \textit{Hankel} so bezeichneten Prinzips der ``Permanenz'' formaler Gesetze in einer von ihm selbst herrührenden, verbesserten Form, die diesem Prinzip den Charakter einer gewissen logischen Notwendigkeit verleiht. Das zweite Kapitel (S. 91-124) beschäftigt sich mit begrenzten und unbegrenzten Systembrüchen als Vorbereitung für die im nächsten Kapitel durchgeführte Einführung der irrationalen Zahlen, die im wesentlichen nach der \textit{Méray - Cantor}schen Methode erfolgt. Indem periodische Systembrüche bzw. ``rationalkonvergente Zahlenfolgen'' sich als Äquivalente, als neue Zahlzeichen für die rationalen Zahlen erweisen, liegt es nahe, beliebige unbegrenzt fortsetzbare Systembrüche bzw. beliebige konvergente Zahlenfolgen (\textit{Cantor}sche ``Fundamentalreihen'') als Zeichen für beliebige reelle insb. irrationale Zahlen einzuführen. Das dritte Kapitel (S. 125-172) bringt die vier Hauptrechenoperationen mit reellen Zahlen, den Begriff der Abzählbarkeit und Nichtabzählbarkeit nebst Anwendung auf die algebraischen und transzendenten Zahlen, konvergente Zahlenfolgen mit beliebigen reellen Gliedern, u. a. das fundamentale \textit{Cauchy}sche Konvergenzkriterium. Das folgende vierte Kapitel (S. 172 bis 208) ist den Potenzen mit beliebigen Exponenten und den Logarithmen gewidmet. Unter anderem finden sich hier Formeln zur Abschätzung von \(e^\alpha\) und \(\log \alpha\) sowie die Theorie der \textit{Euler}schen Konstanten. Das fünfte Kapitel (S. 209-247) bringt Erweiterungen des Grenzwertbegriffes: Obere und untere Grenze einer beliebigen Zahlenfolge, Unbestimmtheitsgrenzen, Häufungspunkte, Grenzwerte in unbestimmter Form erscheinender Ausdrücke (die Bezeichnungen des Verfassers selbst sind hier teilweise anders), Null- und Unendlichkeitstypen. Das sechste, letzte Kapitel (S. 247-292) beschäftigt sich mit zweifach unendlichen Zahlenfolgen und den dabei zum Vorschein kommenden Grenzwertmöglichkeiten. Die zweite, den unendlichen Reihen mit reellen Gliedern gewidmete Abteilung zerfällt in vier einzelne Kapitel. Das erste Kapitel (S. 293-310) bringt die allgemeinen Grundlagen: Konvergenz und Divergenz unendlicher Reihen, Anwendungen des \textit{Cauchy}schen Grenzwertsatzes: \(\lim_{n\to\infty}\frac{a_n}{n}=\lim_{n\to\infty}(a_n-a_{n-1})\), sobald \(\lim_{n\to\infty}(a_n-a_{n-1})\) im weiteren Sinne existiert, und seiner Verallgemeinerungen, Das besonders umfangreiche zweite Kapitel (S. 310-400) ist der speziellen Theorie der Reihen mit lauter positiven Gliedern gewidmet. Wir finden hier eingehende Betrachtungen über die Kriterien erster und zweiter Art, ihre Tragweite und ihre gegenseitige Beziehungen, die Unmöglichkeit eines absolut wirksamen Kriteriums, ``Grenzgebiete und Schranken'' der Divergenz und Konvergenz für Reihen mit monoton abnehmenden Gliedern und vieles andere. Das dritte Kapitel (S. 401-449) handelt von den Reihen mit positiven und negativen Gliedern: absolute Konvergenz, unbedingte Konvergenz, Zusammenfallen dieser beiden Arten der Konvergenz, Kriterien für ``effektive'' d. h. ev. auch nicht unbedingte Konvergenz, \textit{Abel}sche Transformation, genauere Untersuchung der Wertveränderungen bedingt konvergenter Reihen bei Umstellung ihrer Glieder, numerische Berechnung und Transformation unendlicher Reihen, insbesondere die \textit{Euler}sche und die \textit{Kummer}sche Transformation und anderes mehr. Das letzte, vierte Kapitel (S. 449-514) beschäftigt sich, als Gegenstück zu dem Schlußkapitel der ersten Abteilung, mit unendlichen Doppelreihen mit reellen Gliedern: Doppelreihen und ``iterierte Reihen'', Beziehungen zwischen einer Doppelreihe, der aus Zeilen- bzw. Kolonnenreihen gebildeten iterierten Reihe, der aus den Zeilen- bzw. Kollonenreihen gebildeten iterierten Reihe und der aus den Diagonalsummen gebildeten einfachen Reihe. Absolute und unbedingte Konvergenz. Zusammenfallen von absoluter und unbedingter Konvergenz. Anwendung der Lehre von den Doppelreihen auf die Multiplikation einfach - unendlicher Reihen. Konvergenz- und Divergenzkriterien für Doppelreihen mit nicht-negativen Gliedern und anderes mehr. (II 1.)
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