Die Zahlenbegriffe der Sprachen Central- und Südostasiens, Indonesiens, Micronesiens, Melanesiens und Polynesiens mit Nachträgen zu den Bänden 2--4. Ein fünfter Beitrag zur Geistesgeschichte des Menschen nebst einer principiellen Untersuchung über die Tonsprachen. (Q2579459)

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    Die Zahlenbegriffe der Sprachen Central- und Südostasiens, Indonesiens, Micronesiens, Melanesiens und Polynesiens mit Nachträgen zu den Bänden 2--4. Ein fünfter Beitrag zur Geistesgeschichte des Menschen nebst einer principiellen Untersuchung über die Tonsprachen.
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      Die Zahlenbegriffe der Sprachen Central- und Südostasiens, Indonesiens, Micronesiens, Melanesiens und Polynesiens mit Nachträgen zu den Bänden 2--4. Ein fünfter Beitrag zur Geistesgeschichte des Menschen nebst einer principiellen Untersuchung über die Tonsprachen. (English)
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      1941
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      Diese fünfte Arbeit des Verf. (für die vorhergehenden vgl. JFM 64.0901.04; JFM 64.0902.01; JFM 66.0004.02, und vorstehend besprochene Arbeit JFM 67.0003.02) enthält wiederum sicher weit über 1000 Zahlwortreihen aus den in Frage kommenden Sprachen und Dialekten, teils ganz kurze, nur bis höchstens zur 3, teils längere mit der Angabe der Bezeichnungen für die Hunderter und Tausender. Das mit ungeheurem Fleiß und unermeßlicher Sachkenntnis geschriebene Werk des angesehenen Sprachforschers ist aber keine Lektüre für den strengen Mathematiker, der sich nach anstrengender Forschungsarbeit an der kulturgeschichtlichen und psychologischen Seite seines Wissensgebietes erfrischen möchte; er würde es wohl sehr bald ermüdet beiseite legen; wohl aber ist es in Zukunft für den strengen Erforscher der kulturgeschichtlichen und psychologischen Anfänge des mathematischen Denkens unentbehrlich, nicht nur wegen des angehäuften Materials, das den Nichtfachmann im engeren Sinn erdrücken möchte, sondern auch wegen der überaus vielen Quellenangaben. Es wäre schade, wenn das bisher fünf Bände umfassende ``standardwork'' des Verf. nicht einmal jemanden fände, der die nötigen Inhaltsverzeichnisse und sonstigen Register anlegte, welche es erst ermöglichen werden, es ganz auszuschöpfen. Angesichts dieser gewaltigen Arbeit ist es unverständlich, wie in den Mitt. Gesch. Med. Naturwiss. 39 (1940), 316, ein Referent vor einer kleinen, entsprechenden Arbeit in einer nordamerikanischen Lehrerzeitschrift (\textit{W. Cordey}, Math. Teacher 32 (1939), 51 ff.) das Kompliment machen konnte, wir hier in Deutschland seien besonders dankbar dafür, weil wir so wenig darüber wüßten. Da hat der Referent zweifellos sich an die Stelle aller anderen gesetzt. Der fünfte Band des Verf. enthält aber auch wieder eine Reihe von Einzelheiten, die von umfassenderem Interesse sind. -- Die von Asien über den Stillen Ozean hinweg bis nach Amerika reichenden, vor allem auch auf Arithmetisches gestützten sprachlichen und kulturellen Zusammenhänge lehnt Verf. ab (S. 43). Bekanntlich hat Koppelmann die Verwandtschaft von Quechua- und Aymarazahlwörtern mit den tibetochinesischen, von Chibchazahlwörtern mit den entsprechenden japanischen und von gewissen Chimuzahlwörtern mit koreanischen nachzuweisen versucht (Ostasiatische Zahlwörter in südamerikan. Sprachen, Internat. Arch. Ethnogr., Leiden, 30 (1929), 77-94), und auch Major Friederici neigte einmal zu entsprechenden Annahmen mit Bezug auf die Südsee, hat sich aber später auf die Knotenschnüre beschränkt, ``wie sie in starker Übereinstimmung mit den Quipus der Inkaperuaner für Hawaii, die Markesas und Rarotonga festgestellt sind''. Aus den Angaben des Verf. (S. 43) möchte folgen, daß schon bei den Andamanesen trotz der überaus primitiven Zählwirtschaft, in der 3 ``viel'' und 4 ``alle'' heißt, ein Anfang von Klassenzahlen zu finden sei. Eingehender befaßt sich Verf. mit der ``Urbevölkerung von Malakka'', Semang, Sakai usw. Er macht aber hier in der Aufstellung und Nebeneinanderstellung der Reihen keinen Unterschied zwischen ursprünglich einheimischen Zahlworten und den dem Malaiopolynesischen entlehnten, wie lima \(= 5 =\) Hand und sembilan = sepuloh = 10 (nach Verf. ``2 Hände'', nach A. v. Humboldt ``ein Haar''). Nach Verf. sind durch die malaiopolynesischen sogar die einheimischen Zahlworte für l und 2 verdrängt worden. Von den Sawara in Indien, die nach Hodson wenigstens in ihren Zählgesten eine eigenartige Mischung von Zwölfer- und Zwanzigersystem verwenden (J. Asiatic Society 1913, 315-336), gibt Verf. eine rein dezimalvigesimale Zahlwortreihe an. In einer ganzen Reihe von indischen Mundasprachen findet er die Ersetzung der alten Zahlbegriffe durch indogermanische, in einer durch dravidische. In der hinterindischen Chau-ma-Sprache glaubt Verf. eine Bezeichnung für ``Null'' zu finden nach der Angabe von P. Marty; es wird aber wohl eine Bezeichnung für ``nichts'' sein, entsprechend der Hieroglyphe am Tempel von Edfu in Ägypten. Interessant ist im Dialekt auf der Loyaltyinsel Lifu das deutlich bis 20 reichende Fünfersystem. Für 50 wird dann gesagt ``\(2 \times 20\) und \(2 \times 5\)''. Auf Hawaii herrschte früher ein auf 4, 40, 400, 4000, 40000 und 400000 gestütztes Zahlensystem. (Vgl. dazu und zu manchen anderen Angaben aber auch \textit{E. Fettweis}, Das Rechnen der Naturvölker. Leipzig: Teubner (1927; JFM 53.0003.03).) Auf die nun seit 100 Jahren die Geschichtsbücher der Mathematik durchziehende Behauptung von einem Elfersystem der Maori, die ja auch von anderer Seite als falsch bezeichnet wird, geht Verf. nicht ein. Vielleicht später einmal, denn ich möchte doch glauben, daß die Behauptung kein vollständiger Fehlgriff ist. Bei der Zählung von Aalen (eels) durch die Waikotomaori tritt die ``11'' deutlich hervor, 44 Aale bilden nämlich die Zähleinheit. (\textit{Elsdon Best}, The Maori II (Wellington, Neuseeland, 1924), S. 178). Und auch sonst scheint in Polynesien die ``11'' hier und da hervorgetreten zu sein. König Kamehameha I. von Hawaii opferte seinem Schutzgott 1792 nach Vollendung des Tempels 11 Menschen. Ausdrücklich verweist Verf. in diesem Band wieder auf die ursprüngliche Bedeutung der Tetradenreclmung für die Entwicklung der Arithmetik; wie sonst nirgendwo könne in gewissen, hier behandelten Sprachen der Übergang von der Tetradenrechnung zur Pentadenrechnung verfolgt werden. Das malaiische Zahlensystem hat nach Verf. einmal bei ``7'' ein Ende gehabt, und zwar in Übereinstimmung mit dem Semitischen und Indogermanischen (S. 290). Von Interesse ist ferner die von Verf. festgestellte Wanderung der Zahlworte, insofern als das Wort, das in der einen Sprache 10 bedeutet, in einer anderen 100, in einer dritten 1000 usw. bedeutet; weiterhin die Bildung der Begriffe der ungeraden Zahlen bei manchen Völkern durch Addition von ``1'' zu den geraden Zahlen (S. 293), die Bildung der Zahlen 7, 8, 9 in Mikronesien in der Form \(10 - 3\), \(10 - 2\), \(10 - 1\) (S. 289), auf den Marschallinseln die merkwürdige Bildung von 9 als ``\(10 - 2 + 1\)''. Zum Schluß seiner Arbeit weist Verf. darauf hin, ``daß fast die gesamten Zahlbegriffe Existentialsätze darstellen, auch das sei eine Arbeit für sich''. Der Schluß dieses 5. Beitrages, S. 301--501 mit 6 weiteren Karten, ist 1943 erschienen (Zbl 0028.09701).
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