Über Strukturen von Anagenen. (Q2590425)

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scientific article; zbMATH DE number 2509867
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    Über Strukturen von Anagenen.
    scientific article; zbMATH DE number 2509867

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      Über Strukturen von Anagenen. (English)
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      1939
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      Das Ziel der Arbeit ist die Axiomatisierung einer größeren Anzahl von Einführungen uneigentlicher Elemente in verschiedenen Gebieten der Mathematik. Es wird ein ``teilweise geordneter'' Bereich \(C\) zugrunde gelegt, d. h. ein solcher, in dem eine Teilrelation \(a \subset b\) mit der Eigenschaft erklärt ist, daß stets \(a \subset a\) ist und mit \(a \subset b\), \(b\subset c\) stets auch \(a\subset c\) ist. Dabei braucht keineswegs jedes Paar aus \(C\) in diesem Sinne vergleichbar zu sein. Notfalls durch Adjunktion wird das Vorhandensein eines ``kleinsten'' und eines ``größten'' Elementes gesichert. Als Anagen erster Art (\(={}\)anágeno (1)), kurz Anagen, wird eine Einteilung von \(C\) in zwei nicht notwendig fremde Klassen \(A_i\), \(A_e\) bezeichnet, wenn \(A_i\) aus denjenigen Elementen besteht, die allen Elementen von \(A_e\) vorausgehen, \(A_e\) aus denjenigen, die allen Elementen von \(A_i\) folgen. Ein ``eigentliches'' Anagen ist ein solches, in dem \(A_i\) und \(A_e\) ein Element gemein haben. Die Anagene werden angeordnet; der Bereich der eigentlichen Anagene wird dabei zu \(C\) isomorph. Die sämtlichen Anagene bilden damit wieder einen teilweise geordneten Bereich, und dessen Anagene sind alle eigentlich (Prinzip der Totalität). Jede seiner nichtleeren Teilmengen hat im Sinne der so erklärten Teilrelation eine Vereinigung und einen Durchschnitt; diese beiden Begriffe können dadurch erklärt werden, daß man den Durchschnitt der Ober- bzw. Unterklassen als Ober- bzw. Unterklasse eines neuen Anagens auffaßt, und werden im Falle zweier Anagene \(\alpha\), \(\beta\) durch \(\alpha + \beta\) und \(\alpha\beta\) ausgedrückt. Außer dem Begriff der reellen Zahl beruht auch der Idealbegriff auf diesem Verfahren; bedeutet nämlich unter den ganzen Zahlen eines endlichen Körpers \(a\subset b\) die Teilbarkeit von \(b\) durch \(a\), so sind die \(A_e\) die Ideale. -- Es werde nun vorausgesetzt, daß auch im Bereich \(C\) je zwei Elemente \(a\), \(b\) im Sinne der Teilrelation \(a\subset b\) eine Vereinigung \(a + b\) und einen Durchschnitt \(ab\) haben. Werden die Unter- bzw. Oberklassen zweier Anagene von \(C\) mittels der Operation \(a + b\) bzw. \(ab\) verknüpft, indem man zu ihrer Vereinigungsmenge die Summen bzw. Produkte aus je zweien ihrer Elemente hinzufügt, so haben diese Verknüpfungen der Unter- bzw. Oberklassen auch in dem als Bedingung \(\alpha\) bezeichneten Falle, daß sie wieder Unter- bzw. Oberklassen von Anagenen liefern, nichts mit den oben für Anagene erklärten Verknüpfungen \(\alpha + \beta\) und \(\alpha\beta\) zu tun. Mit diesen beiden werden sie nun aber zu einer Algebra zusammengefaßt. Als ``Unterteilung'' (subdivisión) einer Struktur (d. h. eines teilweise geordneten Bereiches, in dem wie in Verbänden zwei Verknüpfungen erklärt sind, die hier als Addition und Multiplikation bezeichnet werden) wird eine Zerlegung dieser Struktur in paarweise fremde nicht leere Mengen (Komponenten) bezeichnet. Zwei Elemente der Struktur \(A\) heißen bei einer festen Unterteilung vereinigt (unides), wenn sie zur selben Komponente gehören. Sind \(S_1,\, S_2,\,\ldots\) Unterteilungen von \(A\), so bilden, wie gezeigt wird, die Durchschnitte \(A_1\times A_2 \times\cdots\), wo jedes \(A_i\) eine Komponente in der Unterteilung \(S_i\) ist, wieder eine Unterteilung von \(A\). Eine weitere Unterteilung von \(A\) erhält man dadurch, daß man zwei Elemente \(a\), \(b\) von \(A\) dann und nur dann einer und derselben Komponente zurechnet, wenn es endlich viele Elemente \(a_1,\,\ldots,\, a_n\) von \(A\) mit der Eigenschaft gibt, daß in der Kette \(a,\, a_1,\,\ldots,\, a_n,\, b\) zwei aufeinanderfolgende Glieder niemals in irgend einer der Unterteilungen \(S_i\) vereinigt sind. Die so entstehende Unterteilung heißt die Komposition der \(S_i\). Vermöge dieser beiden Verknüpfungen bilden die Unterteilungen einer festen Struktur \(A\) wieder eine Struktur, wofern man die Anordnung so festsetzt, daß eine Unterteilung einer zweiten dann und nur dann folgt, wenn jede ihrer Komponenten in einer Komponente der zweiten enthalten ist. Eine Unterteilung von \(A\) heißt homomorph, wenn, sobald zwei Elemente \(a\) und \(a'\) von \(A\) und ebenso zwei Elemente \(b\) und \(b'\) von \(A\) vereinigt sind, auch \(a + b\) mit \(a' + b'\), \(ab\) mit \(a'b'\) vereinigt ist. Als ``Anagen zweiter Art'' (anágeno 2) wird ein Paar homomorpher Unterteilungen \(\{A_i, B_i, \ldots\}\) und \(\{A_e, B_e,\ldots\}\) einer Struktur \(A\) bezeichnet, wenn für jedes Paar von Elementen \(a\), \(b\) von \(A\) mit \(a \supset b\) die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind: 1. Dann und nur dann sind \(a\) und \(b\) in der Unterteilung \(\{A_i, \ldots\}\) vereinigt, wenn in der Unterteilung \(\{A_e,\ldots\}\) kein zwischen \(a\) und \(b\) gelegenes Element außer \(b\) selbst mit \(b\) vereinigt ist. 2. Dann und nur dann sind \(a\) und \(b\) in der Unterteilung \(\{A_e,\ldots\}\) vereinigt, wenn in der Unterteilung \(\{A_i,\ldots\}\) kein zwischen \(a\) und \(b\) gelegenes Element außer \(a\) selbst mit \(a\) vereinigt ist. Bilden die Unterteilungen \(\{A_i^\prime,\ldots\}\) und \(\{A_e^\prime,\ldots\}\) ein weiteres Anagen zweiter Art von \(A\), so bilden die Komposition der Unterteilungen \(\{A_i,\ldots\}\) und \(\{A_i^\prime,\ldots\}\) und das Produkt der Unterteilungen \(\{A_e,\ldots\}\) und \(\{A_e^\prime,\ldots\}\) wieder ein Anagen zweiter Art, und ebenso bilden das Produkt der Unterteilungen \(\{A_i,\ldots\}\) und \(\{A_i^\prime,\ldots\}\) und die Komposition der Unterteilungen \(\{A_e,\ldots\}\) und \(\{A_e^\prime,\ldots\}\) ein Anagen zweiter Art. Gegenüber diesen beiden Verknüpfungen als Produkt bzw. Summe bilden die Anagene zweiter Art einer festen Struktur \(A\) eine distributive Struktur, wofern allgemein das oben zuerst genannte Anagen dann und nur dann dem zweiten vorausgehend heißt, wenn jede Komponente von \(\{A_e,\ldots\}\) in einer Komponente von \(\{A_e^\prime,\ldots\}\) und jede Komponente von \(\{A_i^\prime,\ldots\}\) in einer Komponente von \(\{A_i ,\ldots\}\) enthalten ist. Es besteht das \textit{Permanenzprinzip}: Ist die Struktur \(A\) ``stark'' und distributiv, so ist die von den Anagenen zweiter Art von \(A\) gebildete Struktur zu \(A\) isomorph. Als ``Anagen dritter Art'' (anágeno 3) wird in einer starken und distributiven Struktur jede unendliche Folge der Gestalt \(\alpha = (a_1, a_2,\ldots)\) mit \(a_i\subset a_{i+1}\) eingeführt. Ist ebenso \(\beta= (b_1, b_2,\ldots)\), so wird \(\alpha + \beta = (a_1 + b_1, a_2 + b_2,\ldots)\), \(\alpha\beta= (a_1b_1, a_2b_2,\ldots)\) gesetzt; \(\alpha + \beta\) und \(\alpha\beta\) sind wieder Anagene dritter Art. \(\alpha = \beta\) bedeutet, daß für jedes Element \(K\) von \(A\) die Gleichung \(a_1K + a_2K + \cdots = b_1K + b_2K + \cdots\) besteht; \(\alpha \subset \beta\) bedeutet \(\alpha\beta = \alpha\). Die Anagene dritter Art über einer festen Struktur bilden alsdann eine Struktur. Diese ist distributiv im starken Sinne; d. h. auch für unendlich viele Anagene \(\alpha_1,\,\alpha_2,\,\ldots\) und ein beliebiges Anagen \(\mu\) ist \((\alpha_1 + \alpha_2 + \cdots)\mu= \alpha_1\mu + \alpha_2\mu + \cdots\). Auch hier gilt ein \textit{Permanenzprinzip}: Jede im starken Sinne distributive Struktur ist der Struktur ihrer Anagene dritter Art isomorph.
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