Beiträge zur Topologie geschlossener Kurven mit Knotenpunkten und zur \textit{Kronecker}schen Charakteristikentheorie.
Die topologische Gestalt der ebenen Kurven mit Singularitäten (Doppelpunkten) wird gegeben durch das \textit{Gaußsche Schema}, das die Reihe der Doppelpunkte, wie sie nacheinander beim Durchlaufen der Kurve passiert werden, angibt. Da jeder Doppelpunkt zweimal passiert wird, so kommt er im Schema zweimal vor. Aus dem einfachen Zusammenhang der Ebene folgt, daß\ jeder Punkt im Schema an einer geraden und einer ungeraden Stelle vorkommt. Daher kann man das Schema durch eine Substitution \(S\) darstellen, durch die etwa jedem an ungerader Stelle stehenden Doppelpunkt der darauf folgende substituiert wird. Eine zweite Substitution \(S'\) erhält man, indem man jedem an gerader Stelle stehenden Doppelpunkt den darauffolgenden Doppelpunkt zuordnet. Zerschneidet man alle Doppelpunkte, so zerfällt die Kurve unter Beibehaltung des Durchlaufungssinnes in eine Anzahl von Teilkurven, die gleich der Anzahl der Zyklen ist, in die sich \(S\) und \(S'\) auflösen lassen. Die Totalkrümmung einer Kurve wird nicht durch das \textit{Gauß}sche Schema bestimmt. Sie ist gleich \(2\pi k\), wo \(k\) eine ganze Zahl ist, die vom Verfasser die Charakteristik der Kurve genannt wird. Im Anschluß\ hieran wird auch die Totalkrümmung von Kurven mit Doppelpunkten auf Flächen behandelt. In einem weiteren Paragraphen wird die Charakteristik analytisch dargestellt mit Hülfe der \textit{Kronecker}schen Charakteristikentheorie, die einer besonderen Erweiterung für Kurven mit Singularitäten bedarf. In einem dritten Paragraphen werden diese Untersuchungen verallgemeinert für die Charakteristik eines Systems, das aus drei Kurven besteht, die Singularitäten haben.
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